Mittwoch, 26. März 2008

Bla.

Als ich gegen 16:15 Uhr die Gäste der Tagespflege nach Hause brachte, legte ich mir meine Abendplanung zurecht. Ich hatte beschlossen, um 18 Uhr mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren, mir dort etwas zu trinken zu kaufen, mich mit dem Erstandenen zu betrinken, viel zu rauchen und etwas durch die Stadt zu irren. Ich wäre irgendwann nach Hause gekommen, im bsten Falle torkelnd, und hätte mich in mein Bett geschmissen. Und das war doch ein wirklich guter Plan.

Jedenfalls sitze ich jetzt hier am Pc, surfe und bedauere irgendetwas, denn irgendein Fragment findet man doch immer. Man findet, dass man Verbindungen schon vor langer Zeit hätte beenden sollen, man findet, dass einem die damals engsten Freunde fremder werden, da man zu lahm ist, um sich um etwas zu kümmern, man findet Chips in irgendeinem Schrank und gelegentlich findet man Dinge, die noch unwichtiger sind.

Gegen 21 Uhr könnte ich noch immer das Haus verlassen. Kein Problem. Ich wäre frühestens gegen 22 Uhr halbwegs betrunken. Um 7:30 Uhr beginnt das alltägliche Leben meines Zivildienstes wieder. Das Licht wird dann scheinen, oder so ähnlich. "Wer das Licht sehen will wie es ist, muss zurückweichen in den Schatten", sagt Enzensberger. Also los, Kostzchej!

Dienstag, 18. März 2008

Enschede

Werosz und ich trafen uns gegen 21 Uhr in meinem kalten Kellerzimmer. Wir tranken Wein, redeten über Frauen, unser gemeinsames vermögendes Unvermögen in Bezug auf Beziehungen und fingen irgendwann an, das Gespenst der Freiheit zu schauen. Wir öffneten eine zweite Flasche Wein, hörten Musik, redeten über irgendwelche Pläne, die wir beide liebend gerne schmieden und selten so heiss und schön wie wir sie schmiedeten verwirklichen. Wahrscheinlich ist er in beidem noch ein Stück weit besser als ich es bin. Olafur Arnalds, Ketil Björnstad, Ashram, das ganze Programm. Jedenfalls zogen wir uns gegen 1 Uhr unsere Jacken an, nahmen eine volle Flasche Wein unter unsere Arme und gingen ein wenig durch einen nahe gelegenen Wald spazieren. Ich war an diesem Abend verdammt ehrlich und prophezeihte diverse Abschiede von Menschen, Schlussstriche, also viel endgültigen Kram. Gegen 2 Uhr standen wir wieder vor der Haustür meines Elternhauses und ich schwenkte Werosz zum Abschied mit meinem Schlüsselbund, an dem auch ein Schlüssel für das Auto meiner Mutter hängt. Er sagte "Aha." Ich sagte "Lass uns nach Spanien fahren." Er sagte das sei zu weit und schlug anstelle dessen Enschede vor. Das sind etwa 120 km. Ich sagte "okay." Wir stiegen ein und fuhren los. Ich fühlte mich selbstverständlich überraschend fahrtüchtig, denn darin, mir Dinge einzureden, bin ich verdammt stark. Gegen 4 Uhr waren wir in Enschede. Wir wollten J. besuchen, eine Freundin von Werosz, die in Enschede studiert, die er jedoch noch nie dort besucht hatte. Werosz erzählte etwas von einer Pegasusstraat. Als wir Durch die Saturnusstraat fuhren fühlten wir uns halbwegs sicher, stellten das Auto ab und suchten zu Fuß weiter. Nach 30 min. hatten wir das Reihenhaus gefunden, in dem sie leben sollte, doch auf keiner Klingel war ihr Name zu lesen. "Wir können nicht einfach irgendwelche Leute um halb fünf aus dem Bett klingeln", sagte er. "Natürlich können wir das. Falls wir falsch klingeln, entschuldigen wir uns und die Typen pennen in 5 min. wieder. Kein Problem. Und falls wir richtig klingeln, überraschen wir J., sie wird sich freuen und was weiß ich. Utilitaristisch ne klare Nummer," sagte ich so oder ähnlich. Wir klingelte und eine verschlafene Frauenstimme ließ folgendes verlauten: "Hallo?" Werosz: "J., bist du es?" Die Tür öffnete sich. J. stand mit einem Typen zusammen in der Tür. Beide trugen Pyjamas. Der Typ legte sich sofort zurück ins Bett und J. machte uns den stärksten Kaffee unseres Lebens, oder besser meines Lebens. Es kam kein Gespräch in Gang und das fand ich ganz wundervoll. Werosz und ich lagen zufrieden Kaffee trinkend auf den Sofas und J. blickte matt aus glasigen Augen. Also verabschiedeten wir uns nach 30 min. und fuhren zurück. Um 7:20 Uhr waren wir wieder Daheim und um 7:30 Uhr musste ich in meiner Zivildienststelle sein. Ich verabschiedete mich wie ich mich von J. verabschiedet hatte, denn auch während der Rückfahrt redeten wir kaum. Bloß Werosz sagte einmal, während er das Auto lenkte und in den verhältnismäßg ereignislosen Sonnuntergang starrte, er sei glücklich.
Ich war müde und fühlte mich gegen 12 Uhr mittags aufgrund dieser Müdigkeit plötzlich ganz und gar nicht mehr fahrtüchtig. Aber das aus dem Nichts etwas entsteht ist immer wieder überraschend. Nichts lenkt stärker als das Nichts. Unser Bewußtsein ist zu eingeschränkt, um zu führen, aber das Nichts ist grenzenlos und wogt an jedem gottverdammten Ufer.

kostzchej

...hm.

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